DAUERSCHMERZ
chronischer Dauerschmerz, ständige,
anhaltende, ständig andauernde Schmerzen
Ein Dauerschmerz, aber auch
ein ständig wiederkehrender Schmer z ist in besonderem Maße
geeignet, das körperliche Allgemeinbefinden beträchtlich zu stören.
Diagnostik und Therapie von einem Dauerschmerz werden allerdings durch die Vielzahl
möglicher Ursachen erschwert. Von
eminenter Bedeutung ist deshalb bei einem Dauerschmerz oder immer wiederkehrenden
Schmer z eine genaue Anamnese
(=
Erhebung der Vorgeschichte). Diese erlaubt nicht
nur eine exakte Klassifikation (=
Bestimmung der Schmerzart), sondern kann
Hinweise auf mögliche organische Ursachen geben und ist dann richtungsweisend
für weiterführende Untersuchungen.
Es empfiehlt sich, bei Patienten mit einem Dauerschmerz bzw. ständig wiederkehrenden
Schmer z einen standardisierten Fragebogen zu verwenden, um möglichst alle
Kriterien zu erfassen. Lokalisation, Dauer und Häufigkeit
sowie Angaben zur Schmerzqualität sind genau zu erfragen. Für die Therapie
kann die Kenntnis spezifischer Auslösesituationen oder- mechanismen von großem
Wert sein. Dazu gehört auch die Frage nach bisherigen erfolglosen
Therapieversuchen. Der Patient ist zu Recht enttäuscht, wenn ihm Methoden, die
ihm bisher keine Erleichterung brachten, noch einmal angeboten werden.
Erfolg
oder Mißerfolg einer Schmerztherapie bei Dauerschmerz (chronischer) wird
erst durch Dokumentation aller Schmerzereignisse über einen längeren
Zeitraum (Schmerztagebuch) beurteilbar. Wichtig ist auch die Erhebung
einer biographischen Anamnese (= Erhebung
der Vorgeschichte unter psychosozialen Aspekten),
um den Einfluß psychischer Belastungen auf das Schmerzgeschehen im Sinne einer
Beschwerdeverstärkung oder gar -auslösung beurteilen zu können.
Eine Dauerschmerz -Behandlung wirft erhebliche diagnostische (= Erkundung der Schmerzursache), sozialmedizinische (vor allem arbeitsmedizinische) und therapeutische Probleme auf. Ein chronischer (= länger als drei Monate anhaltender) Dauerschmerz wird mit der Zeit zu einem zunehmend eigen ständige n Krankheitsbild ("Schmer zkrankheit"), das wie oben erwähnt, häufig weitgehend unabhängig von Gewebsschäden die körperlichen, seelischen und sozialen Fähigkeiten des Patienten zunehmend einschränkt.
Typisch ist auf körperlicher Ebene die schmerzbedingte Zunahme der Bewegungsarmut, das Einnehmen von Schonhaltungen mit entsprechenden Fehlbelastungen der Gelen ke und muskulären Strukturen sowie die Durchführung von nicht indizierten (= nicht gut begründeten) operativen Eingriffen (iatrogene Schädigung (= vom Arzt verursacht Schädigung)).
Auf seelisch-emotioneller Ebene
spielen bei Dauerschmerz -Patienten vor allen Dingen depressive Verstimmungen, das Gefühl einer zunehmenden
Ohnmacht, Müdigkeit und Erschöpfung sowie Angst vor weiteren Einschränkungen
eine entscheidende Rolle.
Bei einem länger anhaltenden Dauerschmerz bilden
sich zudem vegetative (= das unwillkürliche
Nervensystem
betreffende) Beschwerden wie vermehrtes Schwitzen, innere Unruhe,
Tachykardien (= schneller
Puls), Ein- und
Durchschlafstörungen, Sodbrennen und Globusgefühl (=
"Kloßgefühl im Hals") aus.
Die zwischenmenschlichen (sozialen) Einschränkungen beziehen sich sowohl auf das familiäre Umfeld als auch auf den Freundeskreis und die Arbeitswelt. Durch die o.g. Leistungseinschränkungen wird eine gleichberechtigte Interaktion häufig verhindert und der chronisch Schmerzkranke sieht sich häufig mit Konflikten in der Familie, im Arbeitsverhältnis sowie im Freundeskreis konfrontiert. Am Ende kann das zu einem weitgehenden Rückzug und zu erheblichen finanziellen Problemen führen.
Aufgrund dieser komplexen Problematik entstand zunehmend das Bedürfnis nach einer zusätzlichen Qualifikation zur Betreuung dieser Dauerschmerz -Patienten. 1996 wurde von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" verabschiedet. Diese Zusatzqualifikation kann von patientenorientierten Fachärzten erworben werden und setzt eine 80-stündige standardisierte theoretische Weiterbildung sowie die hauptamtliche ganztägige Arbeit in einem Ausbildungszentrum für "Spezielle Schmerztherapie" (Schmerzklinik) für mind. 1 Jahr voraus (z.B. in der Schmerzklinik Bad M ergentheim). Die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" wird erst nach einer mündlichen Prüfung seitens der Landesärztekammer vergeben. Leider gibt es immer noch Bundesländer, in denen die Landesärztekammer die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" trotz der Empfehlung der Bundesärztekammer noch nicht eingeführt hat.
Die "Spezielle Schmerztherapie" ist aufgrund der Beeinträchtigung sowohl körperlicher als auch seelischer und sozialer Fähigkeiten durch eine chronische Schmerzerkrankung auf multimodale Therapiekonzepte ausgelegt. D.h., daß
bei einem Dauerschmerz neben körperlichen Therapien wie Medikamente (z.B. Analgetika (= Schmerzmittel), Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Muskelentspannung), Psychopharmaka), Spritzentherapien, Krankengymnastik, anderen körperlichen Anwendungen (z.B. Chirotherapie, Akupunktur) auch psychologische Verfahren zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden sollten. Hierbei haben sich bei Dauerschmerz (chronischer) insbesondere Entspannungstechniken (Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Autogenes Training) sowie die Auseinandersetzung mit Verfahren der Schmerzbewältigung als sinnvoll herausgestellt.
A
Ambulante Schmerzbehandlung,
Amputationen,
analgetikainduzierte
Kopfschmerzen, Analgetikum,
Antiaging Klinik,
Antidepressivum, Analgetika,
Ausbildung Spezielle Schmerztherapie,
B
Biofeedback,
C
Curriculum Spezielle Schmerztherapie,
chronische Schmerzen,
D
Dauerschmerz
E
Ergotamin,
F
G
Grenzstrangblockade,
H
Hypnose
bei Schmerzen
I
Imagination,
K
Kopfschmerzbehandlung,
kontinuierliche
Nervenblockade,
L
Laminektomie,
Lokalanästhetika,
M
Magnetfeldtherapie,
Migränemittel,
Migräneprophylaxe,
Migränetherapie
N
Nervenblockade,
Nukleotomie,
Neuroleptikum,
Neuroleptica,
Nozizeptorschmerz,
O
örtliche Betäubungsmittel,
Opiat, Opiatanalgesie,
P Plexusblockade,
Psychologische
Schmerzbehandlung
Q
R
Rehabilitation,
Rücken-Intensiv-Programm,
Rücken-Schule,
Rückenschule
(1),
Rückenschule (2),
S
ambulante Schmerzbehandlung, Schmerzbehandlung,
Schmerzbehandlungen,
Schmerzen (2),
Schmerzen-Schmerztherapie,
Schmerztherapie,
Schmerzklinik (1),
Schmerzklinik (2),
Schmerzkliniken,
Schmerzkrankheiten,
Schmerzmittel,
Schmerzpraxis,
Schmerztherapie
(1),
Schmerztherapie (2),
Schmerztherapie (3),
Schmerztherapie-psychologische,
Schmerztherapie-spezielle,
Schmerzzentrum,
Stellatumblockade,
Spezielle Schmerztherapie,
Sympathikolyse,
Sympathikusblockaden,
T
Therapeutische
Lokalanästhesie,
U
V
W Wärmekammer,
Weiterbildung,
Weiterbildung
Spezielle Schmerztherapie,
Z
Zentrum
für Schmerztherapie, Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie,
Zu Schmerzthemen, die Körperregionen und Organe betreffen, gelangen Sie
Schmerzklinik (1): www.schmerzklinik-1a.de, Schmerzklinik (2): www.schmerzklinik-1.de